Die Kurzantwort: Darauf kommt es bei der Auswahl an
Eine gute Firmenwebsite erkennt man nicht am schönsten Entwurf im ersten Gespräch, sondern daran, ob sie später Anfragen bringt und ohne Ärger weiterläuft. Deshalb lohnt es sich, Anbieter nicht nach dem Bauchgefühl, sondern nach festen Kriterien zu vergleichen.
Die wichtigsten Fragen lauten: Was genau wird gebaut? Wer liefert Texte und Fotos? Wem gehört die Domain? Wer kümmert sich nach dem Livegang um Pflege und Technik? Und was passiert, wenn Sie den Anbieter irgendwann wechseln möchten? Wer diese Punkte klar beantwortet, arbeitet in der Regel auch sonst sauber.
Unser Rat: Lassen Sie sich jedes Angebot schriftlich so aufschlüsseln, dass Sie es Punkt für Punkt mit der Checkliste weiter unten abhaken können.
Vor dem ersten Gespräch: Das sollten Sie selbst klären
Je klarer Sie wissen, was die Website leisten soll, desto vergleichbarer werden die Angebote. Eine halbe Stunde Vorbereitung spart später viele Abstimmungsrunden. Notieren Sie sich vorab:
- Ziel: Sollen Kunden anrufen, ein Formular ausfüllen, einen Termin buchen oder sich nur informieren?
- Leistungen: Welche Leistungen bieten Sie an, und welche davon sollen bei Google einzeln gefunden werden?
- Region: Wo sitzen Ihre Kunden? Nur im Ort, im Umkreis oder deutschlandweit?
- Zielgruppe: Wer soll anfragen – Privatkunden, Firmen, Versicherungen, Hausverwaltungen?
- Material: Gibt es ein Logo, eigene Fotos vom Betrieb, vom Team und von echten Arbeiten?
- Bestehendes: Haben Sie schon eine Domain, E-Mail-Adressen oder eine alte Website, deren Adressen bei Google bekannt sind?
- Zeit: Wie viel möchten Sie selbst beitragen, etwa bei Texten oder Fotos?
Homepage erstellen lassen oder selbst bauen? Die Wege im Vergleich
Grob gibt es vier Wege zur eigenen Homepage. Keiner ist für jeden Betrieb der richtige. Entscheidend ist, wie viel Zeit Sie selbst investieren können und wie wichtig die Website für Ihre Anfragen ist.
| Weg | Was Sie bekommen | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|---|
| Baukasten, selbst gebaut | Volle Kontrolle, schneller Start mit Vorlagen | Ihre eigene Arbeitszeit für Aufbau, Texte, Fotos, Suchmaschinenoptimierung und Rechtstexte; Umzug zu einem anderen Anbieter oft schwierig |
| Freelancer | Persönlicher Kontakt, oft flexibel bei Sonderwünschen | Wer pflegt die Seite später? Was passiert bei Urlaub oder Krankheit? Sind Hosting und Updates geregelt? |
| Agentur, Projekt mit Übergabe | Konzept, Design, Texte und Technik aus einer Hand | Pflege, Hosting und Änderungen laufen nach der Übergabe häufig über einen eigenen Vertrag oder liegen bei Ihnen |
| Agentur mit laufender Betreuung | Erstellung, Hosting, Pflege und Änderungen bei einem Ansprechpartner | Laufzeit, Kündigungsfristen und was beim Vertragsende mit Domain und Inhalten passiert |
Der Baukasten: schnell gestartet, aber viel Eigenarbeit
Baukästen sind für den Einstieg verlockend. Mit Vorlagen steht schnell eine erste Seite. Unterschätzt wird fast immer die eigene Zeit. Texte schreiben, Fotos auswählen und zuschneiden, Seiten für Google einrichten, Rechtstexte prüfen, Cookie-Banner einstellen: Das sind schnell viele Abende.
Für eine reine Visitenkarte kann ein Baukasten passen. Soll die Website regelmäßig Anfragen bringen und in Ihrer Region gefunden werden, lohnt sich meist professionelle Hilfe – vor allem, wenn Ihre Zeit im Betrieb besser aufgehoben ist.
Was im Angebot konkret stehen sollte
Angebote für eine Website unterscheiden sich oft stark. Das liegt selten an Willkür, sondern meist am Umfang, der unterschiedlich verstanden wird. Diese Punkte sollten schwarz auf weiß geregelt sein:
- Unterseiten: Wie viele Seiten bekommen Sie, und welche? Jede Leistung, die bei Google einzeln gefunden werden soll, braucht eine eigene Seite mit eigenem Text.
- Texte: Schreibt der Anbieter die Texte, oder bekommen Sie leere Seiten, die Sie selbst füllen müssen?
- Fotos: Wer liefert die Bilder, und wer steht für die Nutzungsrechte gerade?
- Funktionen: Kontaktformular, Online-Terminbuchung, Anbindung an andere Programme – was genau ist enthalten?
- Suchmaschinenoptimierung: Wird die Seite gezielt für Suchbegriffe in Ihrer Region aufgebaut, oder steht sie nur online?
- Handy: Wird die Darstellung auf dem Smartphone ausdrücklich geprüft? Ein großer Teil der Besucher kommt mobil.
- Rechtstexte und Cookie-Hinweis: Wer erstellt Impressum, Datenschutzerklärung und einen Cookie-Banner, der zur eingesetzten Technik passt?
- Hosting, Domain und Pflege: Wer kümmert sich darum, und ist das im Angebot enthalten oder ein eigener Vertrag?
- Zeitplan: Wann sehen Sie den ersten Entwurf, und wann soll die Seite online gehen?
Nach dem Livegang: Wer kümmert sich um die Website?
Eine Website ist kein Möbelstück, das man einmal kauft. Sie braucht laufend Betrieb und Pflege. Klären Sie vorher, wer diese Aufgaben übernimmt:
- Hosting: der Speicherplatz, auf dem Ihre Seite liegt, inklusive SSL-Verschlüsselung
- Domain: Registrierung und jährliche Verlängerung Ihrer Adresse
- E-Mail-Postfächer unter Ihrer Domain
- Technische und Sicherheits-Updates
- Inhaltliche Änderungen: neue Fotos, Leistungen, Öffnungszeiten, Urlaubshinweise
- Anpassung von Datenschutzerklärung und Cookie-Banner, wenn neue Dienste dazukommen
- Externe Dienste wie Terminbuchung, Formularversand oder Statistik
Die häufigsten Fallen beim Homepage erstellen lassen
Die meisten Ärgernisse entstehen bei dem, was nicht im Angebot steht. Achten Sie besonders auf diese Punkte:
- Fotos ohne Lizenz: Bilder aus Datenbanken brauchen eine gültige Lizenz für die gewerbliche Nutzung. Klären Sie, wer die Bilder liefert und wer für die Rechte geradesteht.
- Domain auf fremden Namen: Fragen Sie, auf wen die Domain registriert ist und was mit ihr passiert, wenn der Vertrag endet. Ihre Adresse ist Ihr Name im Netz.
- Inhalte beim Wechsel: Bekommen Sie Ihre Texte und Bilder, wenn Sie den Anbieter wechseln wollen?
- Alte Adressen vergessen: Ersetzt die neue Seite eine alte, sollten bekannte Adressen weitergeleitet werden. Sonst landen Besucher aus Google auf Fehlerseiten.
- Rechtstexte aus dem Generator: Ein Impressum oder eine Datenschutzerklärung passt nicht automatisch zur Technik Ihrer Seite. Sie muss beschreiben, welche Dienste wirklich laufen.
- Kein Ansprechpartner: Nach dem Livegang ist niemand mehr erreichbar, oder jede Anfrage landet bei jemand anderem.
- Laufzeit und Kündigung: Wie lange binden Sie sich, und verlängert sich der Vertrag automatisch?
Woran Sie einen seriösen Anbieter erkennen
Ein gutes Angebot ist das klarste, nicht das lauteste. Nach dem Lesen sollten Sie genau wissen, was Sie bekommen, wer wofür zuständig ist und wie die Zusammenarbeit endet, falls Sie das einmal möchten.
- Der Leistungsumfang ist konkret: Anzahl der Seiten, Texte ja oder nein, Funktionen, Pflege.
- Laufzeit, Kündigungsfrist und Regelung zum Vertragsende sind genannt.
- Sie sehen den Entwurf vor dem Livegang, zum Beispiel auf einer Vorschau-Adresse.
- Es gibt einen festen Ansprechpartner, der auch nach dem Livegang erreichbar ist.
- Niemand verspricht Ihnen Platz 1 bei Google oder eine bestimmte Zahl an Anfragen. Das kann seriös niemand zusagen.
- Referenzen sind echte, aufrufbare Websites, die Sie sich selbst ansehen können.
Checkliste: 10 Fragen an jeden Anbieter
Drucken Sie diese Liste aus oder legen Sie sie beim Gespräch neben sich. Auf jede Frage sollten Sie eine klare Antwort bekommen, am besten schriftlich:
- Wie viele Unterseiten bekomme ich, und welche?
- Wer schreibt die Texte, und wer liefert die Fotos?
- Wird die Seite für Suchbegriffe in meiner Region aufgebaut?
- Auf wen wird die Domain registriert?
- Sehe ich den Entwurf, bevor er online geht?
- Wer erstellt Impressum, Datenschutzerklärung und Cookie-Banner?
- Wer pflegt die Seite nach dem Livegang, und wie schnell werden Änderungen umgesetzt?
- Werden alte Adressen meiner bisherigen Website weitergeleitet?
- Welche Laufzeit und Kündigungsfrist gelten?
- Was bekomme ich mit, wenn ich den Anbieter wechsle?
Wann eine Website für Ihren Betrieb arbeitet
Eine Website arbeitet dann für Sie, wenn sie gefunden wird, schnell lädt, am Handy gut aussieht und Interessenten einen kurzen Weg zur Anfrage bietet. Fehlt einer dieser Punkte, bleibt auch eine aufwendige Seite stumm. Wie Sie bei Google in Ihrer Region sichtbar werden, erklären wir auf unserer Seite zu Suchmaschinenoptimierung.
Garantien gibt es dabei nicht. Wie viele Anfragen kommen, hängt auch von Ihrer Branche, Ihrem Angebot, dem Wettbewerb vor Ort und Ihren Bewertungen ab. Für Handwerksbetriebe haben wir die wichtigsten Punkte auf der Seite Website für Handwerker zusammengefasst.
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